Vier Brüder. A Song for the Lost

11-11-2022

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Das wunderschöne Lied "Vier Brüder"  🏳️‍🌈 🎵 🇺🇸 

Volkstrauertag im Reichstag, Berlin, 14. November 2021

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A century later, A song for the lost  🏳️‍🌈 🎵 🇩🇪

Doughboy Foundation. November 12, 2021



Warum dauerte der Weltkrieg bzw. die Urkatastrophe für die Vereinigten Staaten genauso lange wie für Japan, britische Kolonisten und die europäischen Staaten von 1914, obwohl das neutrale Lager erst nach drei Kriegsjahren von Washington verlassen wurde?

Es wurden nämlich vier Jahre und vier Monate  🚩 siehe "The First Peace."

Es war nicht nur das herausragende Bild des Gedenkjahres 2018, sondern auch eine erinnerungspolitische Mahnung. Wir schreiben den 10. November 2018 in Compiègne, den französischen Gastgebern als Rethondes bekannt. Potenziell sind zum Treffen von Frau Merkel und Monsieur le Président Macron im Ort des Waffenstillstandes vor etwas mehr als hundert Jahren zwei Sachen aufgefallen. Die meisten werden sich nur an eine erinnern: das warmherzige Zusammensein der beiden. Dieses französisch-deutsche Gedenken geht als gut gelungene Versöhnungsgeste in die Geschichte hinein. Es wird weit über die ehemaligen Erbfeinden hinaus einem neuen Kapitel der historisch-politischen Bildung Europas zugutekommen.

Noch sind wir nicht so weit. Mehr als das Publikum schien die andere Sache insbesondere die Historiker und Politikwissenschaftler anzugehen. Warum fehlte England? Das mächtige Land wurde vor etwas mehr als einem Jahrhundert nicht durch Generäle oder die Regierung, sondern durch Marineoffiziere im bekannten Eisenbahnwagon vertreten. Im Pariser Konferenzort überraschten Großbritannien und seine Empire-Delegation durch eine ungeheure Machtentfaltung nicht nur den Feind und Woodrow Wilson, den unentbehrlichen US-Präsidenten, sondern auch Belgien und das Gastgeberland, das heißt die unmittelbaren Bündnispartner. An der britisch-britischen Vormachtstellung fiel dann bis zum Ende in Versailles nichts mehr auszusetzen. Genau hundert Jahre später schien niemand ernsthaft zu hinterfragen, warum die Abwesenheit von Theresa May oder dem englischen Königshaus so auszulegen war, dass in der Erinnerungspolitik keinerlei Rolle für die Entente-Mächte vorgesehen war. Wie Merkel und Macron auf Versöhnung und europäische Solidarität abzuzielen, schien angesichts des vordergründig auftretenden Brexit-Alleingangs fehl am Platz. Sieben Monate später, zu Versailles 1919-2019, sind dann außer einer bekanntlich entscheidenden Kriegspartei alle zuhause geblieben. Die großangelegte Feier vor Ort wurde von Amerikanern veranstaltet, was das europäische Versagen, besonders das einer bald kleineren Europäischen Union, umso grotesker erscheinen ließ.

Was sollen wir im Jetzt aus dieser Geschichtsproblematik lernen? Das Jetzt scheint nicht länger heute oder morgen, weil es sich auf den gesamten postsowjetischen Zeitraum bezieht. Der liegt in der Vergangenheit, weil ihm der Krieg von 2022 ein Ende setzte.