Erzberger (GER), „Der Solidarismus“. His violent death should appeal to Europeans from East to West: Transcend the national cultures of remembrance

17-05-2021

Matthias Erzberger, ein schwarzer Tod im Schwarzwald. Ein Unfall von Paris/Versailles oder Compiègne/Rethondes?

Auch aus Sicht der unterlegenen Partei muss das Waffenstillstandabkommen vom 11. November 1918 keineswegs als lebensbedrohliche Entgleisung erscheinen. Im Januar 1919 führten rein alliierte Handlungen im Pariser Konferenzort dazu, dass der Friedensprozess entgleiste. Vielmehr als am Vertrag und „Bund von Versailles“ hatte sich der Zentrumspolitiker Erzberger als Vorsitzender der deutschen Waffenstillstandskommission an der Beendigung der gegenseitigen Katastrophe 1914-1918 beteiligt. Nach dreimaliger Verlängerung des Waffenstillstandes wurde der nicht verhandelte, heimlich „kolonisalisierte“ Vertrag von zwei anderen Vertretern der deutschen Republik unterzeichnet. Dieses Diktat empörte Patrioten wie Erzberger nicht weniger als viele seiner Landsmänner, die meinten, dass diese gewaltsam erzwungene Unterzeichnung einem Hochverrat gleichkam. Die Begrifflichkeit der „Urkatastrophe des zwanzigsten Jahrhunderts“ umfasst die zutiefst kolonialen Machenschaften Englands, seines Empire und der Entente im Pariser Jahr 1919 samt der Katastrophe bis zum Waffenstillstand.


Bilder im Abstand von hundert Jahren. Rechts: Seite 57 aus „Hundert Jahre Urkatastrophe. Der Kolonialvertrag 1919“, Göttingen 2018. M. Erzberger zweiter von links. Bild links: wo ist die Vertreter der führenden Hälfte der Entente?
Bilder im Abstand von hundert Jahren. Rechts: Seite 57 aus „Hundert Jahre Urkatastrophe. Der Kolonialvertrag 1919“, Göttingen 2018. M. Erzberger zweiter von links. Bild links: wo ist die Vertreter der führenden Hälfte der Entente?

[ENGLISH]  Matthias Erzberger, Chairman of the German Armistice Commission

December 17, 1918: Co-founder of the Deutsche Liga für Völkerbund (German Ligue for League of Nations). 

One month later in Paris, the British Delegation under the lead of David Lloyd George and the British Empire Delegation under the lead of Jan Christiaan Smuts captured the Conference on which no negotiations took place: Germany as a democratically transforming Armistice applicant remained excluded until the final setting. Their initial and secretly obtained successes between January 18th and February 15th 1919, as Woodrow Wilson, the US Delegation Leader, sailed home and Lloyd George returned to London, were the "colonization" of the conference, the entrapping of Wilson to comply with their imperialist and subimperialist (H. Poeschel 1920, A.S. Kanya-Forstner 2000) designs, first of all the "colonization“ of the League concept. Both the American and the British-British duo were formally sticking to the novel concept of an international organization, because nobody was prepared to overrule this as a starting point for the 1918 Armistice Agreement.


DEUTSCH.  Am 9. Juni 2021 hielt Dr. Christopher Dowe (Haus der Geschichte Baden-Württemberg) zum zweiten Mal einen Vortrag im Rahmen des Erzberger Jahres. In einer Paraphrase seiner Schlusszeile heißt es: „Der Vertrag von Versailles“ wurde den Friedenspolitiker zum Verhängnis."

Daraufhin erfolgte die Fragerunde. Ich stellte die Frage: wenn Sie die Verbindung zwischen Versailles und dem Mord an Erzberger schlussendlich hervorheben, sollten wir in- und außerhalb Deutschlands gemeinsam erfragen, warum des hundertsten Jahrestags, bzw. 230 Waffenstillstandstage 1918-1919, überaus spärlich gedacht wurde.

Hier setzt die Aufa💯 an. Machen Sie mit!